10 Spots für euren Surf-Trip auf Fuerteventura

Stellt euch vor: Ihr steht auf einer staubigen Schotterpiste, der Wind zaust euch die Haare, die Sonne brennt auf der Haut, und vor euch bricht der Atlantik in perfekten Linien an die schwarze Vulkanküste. Das ist kein Traum. Das ist der Alltag auf Fuerteventura.

Wenn es einen Ort in Europa gibt, der das Wort „Surf-Himmel“? wirklich verdient, dann ist es die zweitgrößte Kanareninsel. Fuerteventura ist anders. Sie ist nicht lieblich grün wie Madeira oder touristisch dicht bebaut wie Teile von Gran Canaria. „Fuerte“ ist wie eine Mondlandschaft, die ins Meer gefallen ist. Rau, wild, voller Ziegen, Vulkane und – das Wichtigste – voller Wellen.

Für euren Surf-Trip auf Fuerteventura im Jahr 2026 (oder wann immer es euch in die Wellen zieht) müsst ihr wissen: Die Insel hat zwei Gesichter. Den Sommer, wenn die Passatwinde Kite- und Windsurfer glücklich machen und die Wellen sanft sind. Und den Winter, wenn der Atlantik aufwacht und Swells aus dem Nordatlantik massive Wasserwände an die Riffe der „North Shore“ drücken.

Wir nehmen euch mit auf eine Inselumrundung zu den 10 Spots, die ihr kennen müsst. Von anfängerfreundlichen Beachbreaks bis zu Riffen, die Respekt einfordern.

1. El Cotillo: Der Sonnenuntergangs-Spot

Wir starten im Nordwesten. El Cotillo ist ein ehemaliges Fischerdorf, das sich seinen entspannten Charme bewahrt hat.

Der Spot:
Südlich des Ortes erstreckt sich ein langer, wilder Sandstrand. Hier brechen die Wellen über Sand (Beachbreak), was den Spot ideal für Anfänger und Aufsteiger macht – besonders im Sommer. Wenn der Swell im Winter groß wird, kann es hier aber auch ordentlich zur Sache gehen mit kräftigen Weißwasserwalzen.

Das Erlebnis:
El Cotillo ist Magie pur. Nach der Session sitzt ihr oben auf den Klippen, das Salz trocknet auf der Haut, und ihr schaut zu, wie die Sonne glutrot im Meer versinkt. Es ist der perfekte Ort, um anzukommen. Wer Ferienwohnungen in El Cotillo als Basis wählt, hat den Vorteil, dass er morgens den Wellencheck quasi vom Balkon aus machen kann und abends die besten Fischrestaurants der Insel vor der Tür hat.

2. Flag Beach: Türkisblaues Karibik-Feeling

Gegenüber von El Cotillo, an der Nordostküste bei Corralejo, liegt der Flag Beach.

Der Spot:
Hier surft ihr vor der Kulisse der riesigen Wanderdünen und mit Blick auf die Insel Los Lobos. Das Wasser leuchtet so türkis, dass man meint, man wäre in der Karibik. Der Spot ist ein Mix aus Sand und Riff. Bei Flut ist er oft anfängerfreundlich, bei Ebbe solltet ihr auf die vulkanischen Steine aufpassen.

Das Erlebnis:
Flag Beach ist das Herzstück der Surf-Szene im Norden. Hier treffen sich Wellenreiter, Kiter und Wing-Foiler. Es ist bunt, lebendig und wunderschön. Da Corralejo nur einen Steinwurf entfernt ist, nutzen viele Surfer Ferienwohnungen in Corralejo, um tagsüber am Strand zu sein und abends das Nachtleben der Stadt zu genießen.

3. The Bubble: Nur für Experten

Jetzt wird es ernst. An der „North Shore“, der Schotterpiste zwischen Corralejo und El Cotillo, liegen die Weltklasse-Wellen der Insel. Einer der berühmtesten Spots ist „The Bubble“.

Der Spot:
Der Name ist Programm. Die Welle bricht über einem flachen Riff extrem schnell, hohl und kraftvoll. Es ist eine kurze, intensive Fahrt, die oft in einer „Tube“ (einem Wassertunnel) endet.

Das Erlebnis:
Hier geht man nicht zum Üben hin. Hier geht man hin, wenn man genau weiß, was man tut – oder um den Pros zuzuschauen. Die Stimmung im Wasser ist konzentriert. Wer den Mut hat (und das Können), erlebt hier den Ritt seines Lebens.

4. Majanicho: Der Klassiker im Norden

Weiter auf der North Shore liegt das winzige Dorf Majanicho. Ein paar weiße Hütten, bunte Boote und eine Bucht, die das Herz der Insel-Surfer ist.

Der Spot:
Majanicho bietet verschiedene Peaks. Das Außenriff („Hierro“) ist weltklasse und fängt jeden Swell auf. Weiter innen in der Bucht laufen oft sanftere Wellen, die auch für Longboarder und Intermediates machbar sind.

Das Erlebnis:
Es ist der Vibe, der Majanicho ausmacht. Hier trifft man sich. Busse parken am staubigen Rand, Hunde tollen herum, Bretter werden gewachst. Es ist der Inbegriff des Surf-Lifestyles auf Fuerteventura. Da es hier keine Unterkünfte gibt, fahren die meisten Surfer von ihren Ferienhäusern im Norden Fuerteventuras hierher, um den Tag zu verbringen.

5. Los Lobos: Die längste Welle Europas?

Manche sagen ja. Die kleine, unbewohnte Insel Los Lobos vor Corralejo beherbergt an ihrer Westseite ein Juwel: Eine „Rechtswelle“, die an guten Tagen hunderte Meter lang laufen kann.

Der Spot:
Ihr müsst mit der Fähre oder einem Wassertaxi rübersetzen. Die Welle wickelt sich um den Fuß eines alten Vulkans. Sie ist perfekt geformt, schnell und verlangt Kondition – denn der Weg zurück zum Startpunkt (Line-up) ist lang.

Das Erlebnis:
Ein Tagestrip nach Lobos ist Pflicht. Selbst wenn ihr nicht surft, ist die Wanderung über die Vulkaninsel ein Traum. Aber eine Welle hier zu erwischen, während man auf den Vulkan schaut, ist spirituell.

6. Playa Blanca: Der Stadtstrand

Nicht zu verwechseln mit dem Ort auf Lanzarote! Playa Blanca liegt südlich der Inselhauptstadt Puerto del Rosario.

Der Spot:
Oft unterschätzt, aber genial. Wenn die großen Swells im Norden zu chaotisch oder zu groß sind, läuft Playa Blanca oft perfekt. Es ist ein Beachbreak, aber mit viel Kraft.

Das Erlebnis:
Hier seid ihr oft unter Locals („Majoreros“). Es ist weniger touristisch als im Norden. Der Strand ist weitläufig und bietet viel Platz. Ein toller Spot, um dem Trubel zu entfliehen und ehrliche, gute Wellen zu finden.

7. La Pared: Das wilde Herz des Südens

Wir verlassen den Norden und fahren durch die kargen Berge in den Süden. An der Westküste, dort wo die Insel am schmalsten ist, liegt La Pared.

Der Spot:
La Pared („Die Wand“) ist berühmt für seine konstanten Wellen. Hier kommt fast immer etwas an. Es ist ein reiner Beachbreak, aber die Strömungen können stark sein. Perfekt für Surfschulen im Weißwasser und Fortgeschrittene draußen im Line-up.

Das Erlebnis:
La Pared ist pure Dramatik. Die Klippen leuchten im Abendlicht ockerfarben, das Meer ist wild und schäumend. Es ist einer der schönsten Orte für den Sonnenuntergang auf der ganzen Insel. Wer die Ruhe und die Kraft der Natur sucht, ist mit Ferienhäusern an der Costa Calma gut beraten – von dort sind es nur 10 Minuten mit dem Auto rüber an die wilde Westküste.

8. Cruz Roja / Der Leuchtturm von Jandía

Ganz im Süden, auf der Halbinsel Jandía, ticken die Uhren noch mal anders. Hier sind die Strände endlos weit.

Der Spot:
Rund um den Leuchtturm von Jandía und am Abschnitt „Cruz Roja“ finden sich oft tolle Sandbänke. Wenn der Nord-Swell groß genug ist und um die Inselspitze greift, entstehen hier lange, saubere Wellen.

Das Erlebnis:
Hier surft ihr fast allein. Die Weite ist beeindruckend. Oft teilt ihr euch das Wasser nur mit ein paar Fischen und vielleicht einer Schildkröte. Es ist der ideale Ort, um abzuschalten. Viele Familien nutzen die touristische Infrastruktur und die Ferienwohnungen in Morro Jable, um Surfen mit einem klassischen Strandurlaub zu verbinden.

9. Esquinzo: Für die seltenen Tage

Manchmal kommt der Wind und die Welle aus einer ungewöhnlichen Richtung (z.B. starker Süd-Ost). Dann erwacht Esquinzo im Südosten zum Leben.

Der Spot:
Normalerweise ein Badeparadies, verwandelt sich Esquinzo an diesen seltenen Tagen in einen tollen Surfspot mit sanften, langen Wellen, die über Sand und flache Steine brechen.

Das Erlebnis:
Es fühlt sich an wie ein Geheimnis, das man entdeckt hat. Während alle anderen auf flaches Wasser starren, habt ihr hier den Spaß eures Lebens.

10. Playa de Garcey: Das Wrack ist weg, die Welle bleibt

An der wilden Westküste lag jahrzehntelang das Wrack der „American Star“. Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen, aber die Bucht bleibt ein Highlight.

Der Spot:
Ein kraftvoller Beachbreak, eingerahmt von hohen Klippen. Die Strömung ist hier sehr stark, daher ist dieser Spot definitiv nur für erfahrene Surfer zu empfehlen.

Das Erlebnis:
Die Anfahrt über holprige Pisten ist ein Abenteuer für sich. Unten angekommen, fühlt man sich klein angesichts der gewaltigen Naturkulisse. Es ist ein Ort der Stille und der Kraft – Fuerteventura in Reinform.

Praktische Tipps für euren Surf-Trip

Damit euer Abenteuer gelingt, hier noch ein paar Essentials:

Beste Reisezeit:
Anfänger: Sommer (Mai bis September). Wasser ist wärmer, Wellen sind kleiner.
Fortgeschrittene: Herbst und Winter (Oktober bis April). Die großen Swells kommen, die „Big Wave Season“ beginnt.
Ausrüstung: Ein Neoprenanzug ist Pflicht. Im Sommer reicht ein „Shorty“ (3/2 mm), im Winter solltet ihr einen langen Anzug (4/3 mm) einpacken, da der Wind das Wasser kühl anfühlen lässt.
Mobilität: Ohne Mietwagen seid ihr aufgeschmissen. Viele der besten Spots sind nicht mit dem Bus erreichbar. Ein kleiner Geländewagen oder ein robuster Kleinwagen sind Gold wert.
Localism: Fuerteventura ist entspannt, aber an den Riff-Spots (wie The Bubble oder Lobos) herrschen Regeln. Respektiert die Einheimischen, drängelt euch nicht vor („Snake“) und seid freundlich. Ein „Hola“ im Wasser wi

Fazit: Das „Aloha“ der Kanaren

Ein Surf-Trip auf Fuerteventura ist mehr als nur Sport. Es ist eine Flucht aus dem Alltag in eine von Gezeiten, Wind und Sonne bestimmte Welt – das Bier nach dem Surf mit Salz auf den Lippen, der Muskelkater am nächsten Morgen und die Vorfreude auf die nächste Welle.

Die Insel fordert euch heraus und belohnt euch zugleich. Sie ist karg, ja. Aber genau diese Kargheit lenkt den Blick auf das Wesentliche: Das Meer.

Egal, ob ihr eure Base im belebten Norden aufschlagt und Ferienwohnungen in Corralejo nutzt, oder die Einsamkeit des Südens bevorzugt – Fuerteventura wird euch verändern. Und wir versprechen euch: Wenn ihr einmal diese perfekte Welle im Sonnenuntergang von El Cotillo geritten seid, werdet ihr wiederkommen.
Also, worauf wartet ihr? Das Boardbag ist schnell gepackt.

Checkt die Forecasts, sucht euch euren Lieblingsspot aus und taucht ein in das blaue Wunder des Atlantiks.

Häufig gestellte Fragen

Zu welchem Land gehört Fuerteventura eigentlich?

Politisch gehört die Insel zu Spanien. Fuerteventura ist Teil der Kanarischen Inseln im Atlantik und zählt geografisch zur Region Makaronesien.

Ist Fuerteventura schöner als Lanzarote?

Das kommt ganz darauf an, was für ein Urlaubstyp ihr seid. Wenn es euch vor allem um Wassersport und entspannte Tage am Strand geht, ist Fuerteventura die bessere Wahl. Sucht ihr dagegen Abwechslung und wollt verschiedene Outdoor-Aktivitäten kombinieren, hat Lanzarote oft etwas mehr Vielfalt zu bieten.

Braucht ihr für die Kanaren ein Visum?

Grundsätzlich ist die Einreise ohne Visum für einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen erlaubt. Es empfiehlt sich jedoch immer, vor der Reise kurz die aktuellsten Einreisebestimmungen zu prüfen, damit ihr auf der sicheren Seite seid.

Wann ist der beste Monat für einen Besuch?

Wenn ihr es angenehm warm, aber nicht zu heiß mögt, sind die Monate April bis Juni oder der Oktober ideal. Die Temperaturen liegen dann im Durchschnitt bei 21 °C bis 23 °C. Das ist warm genug für den Strand, aber gleichzeitig kühl genug, um entspannt Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Für welches Essen ist Fuerteventura berühmt?

Natürlich bilden frischer Fisch und Meeresfrüchte die Basis vieler Gerichte. Aber das ist nicht die einzige Spezialität: Tatsächlich ist Ziegenfleisch einer der wichtigsten Bestandteile der traditionellen lokalen Küche.

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